Disclaimer The opinions expressed herein are my own personal opinions and do not represent my employer's view in anyway.
Hallo liebe Leser… Wie die Überschrift schon erkennen lässt befinde ich mich gerade mitten in Frankreich, genauer Lyon. Bin zwar heute erst angekommen, aber hab schon wieder ne ganze Menge erlebt. Aber alles der Reihe nach…
Nachdem ich letzte Woche noch in Leipzig verweilen durfte um im Labor ein paar Stammzellen zu quälen blieben mir ganze 24h daheim um mich auf den nächsten Trip vorzubereiten. Und so ging es heut morgen mit dem Mietgolf auf der linken Spur gen Nürnberg. Da ich es mal wieder verpeilt hatte rechtzeitig aus dem Bett zu kommen (bin leidenschaftlicher Langschläfer) blieb leider keine Zeit zum frühstücken. Ein fataler Fehler, wie sich noch herausstellen sollte. Kurz vor Nürnberg dann doch noch n Happen beim King runtergeschlungen kam ich so mit gefühltem Durchschnittstempo 190 am Flughafen an.
Bis Paris sollte ja noch alles glatt gehen… Und so kam ich denn auch pünktlich zum schönsten Sonnenuntergangswetter dort an *schmacht*.
Ab an die nächste Abflugstafel um meinen Anschlussflug nach Lyon zu suchen doch was fehlte dort? Richtig… der Flug nach Lyon. Ein flaues Gefühl im Magen gings dann weiter zur nächsten Tafel, doch auch dort war der Flug nicht auffindbar… Zum Glück hat mir mein Flugplan dann doch noch das vermeintlich richtige Abflugterminal verraten und so ging es erstmal dorthin. Da gab es dann auch wie von Geisterhand den Flug wieder und so verflog die aufkeimende Panik erst einmal. Nochmal ne halbe Stunde bei der Sicherheitskontrolle angestanden (haben die Franzosen eigentlich noch nix von Duty-Free- & Transfer-Zone gehört? Die Kollegen in Nürnberg haben mich doch schon 2h eher gefilzt gehabt und für flugtauglich befunden… *grummel*) und dann ab zum Gate. Soweit noch alles im Lot.
Als dann 5min vor Abflug allerdings immer noch keiner das Flugzeug betreten hatte wurde es langsam komisch. Zum Glück hatte ich mir in weiser Voraussicht in Nürnberg noch die neueste Ausgabe des Focus gesichert und so hatte ich meine Beschäftigung. Mit einer halben Stunde Verspätung waren dann auch alle Reisenden im Flugzeug und ich inmitten einer Traube von kleinen, quengeligen Franzosenkindern, die scheinbar das erste mal geflogen sind. Arghhh… Auch hier bewährte sich der Focus, indem er mir als perfekte Frust-Beiß-Stange diente… Kurz bevor das Flugzeug dann abheben wollte stoppte es allerdings und eine Ansage auf Französisch vermeldete, dass es wohl noch weitere 25min dauern würde, bis das Flugzeug die Lüfte erklimmen würde. Insgeheim hoffend, dass mir meine leicht verkümmerten Französischsprachkenntnisse da einen Streich gespielt hatten holte mich die englische Wiederholung der Ansage dann vollkommen runter. Doch richtig gehört. Grmpf…
Nun gut, mit ein paar grauen Haaren mehr und knapp 2h Verspätung in den Knochen kam ich dann auch endlich in Lyon an. Leider ist der Flughafen ziemlich weit außerhalb, so dass es nun hieß, mein Hotel zu finden. Comment on va à la gare Part-Dieu… Mein erster französischer Satz für dieses Halbjahr. Boah war ich stolz auf mich. Bin sogar verstanden worden und auch die Antwort ergab Sinn für mich. Avec le Bus… Also ab in den Bus und Richtung Stadt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich dann übrigens auch schon ernsthaft Hunger, ja sogar Bauchschmerzen, ob des langen Entzugs jeglicher Nahrung. Nur war es da schon kurz vor 23Uhr und selbst die Tankstellen hier waren schon finster wie ein Bärenarsch… das verhieß nix gutes.
Gut, die richtige Station erwischt und auch mein Hotel irgendwie gefunden ging es ans einchecken… J’ai une réservation pour une chambre… Hey, so nen guten Start hatt ich hier in Frankreich ja noch nie… Tja, hätt mich da mal nich zu früh freuen sollen, denn als es darum ging die Bezahlung auszuhandeln und der netten Dame am Empfang klarzumachen, dass ich nicht nur eine Nacht, sondern bis zum Donnerstag hier bleiben wolle musste ich aufgeben… Wie sich dann bei einem Telefonat zwischen der Hotelbedienung und meinem französischen Kollegen herausstellte hatten die wirklich die Reservierung für die anderen Nächte versemmelt… Naja...
Alles im Lot? Nich ganz, denn als ich gerade mein neues Domizil für diese Woche inspizieren wollte knurrte mich mein Magen auf übelste Weise an. Ach ja, da war ja noch was… Zurück zur Rezeption versucht herauszufinden, wie man in dieser scheinbar toten Stadt noch 23 Uhr was zu futtern herorganisieren könnte. Planlose, ja beinah panische Blicke des Hotelpersonals machten mir ziemlich schnell klar, dass ich wohl seit geraumer Zeit der erste Gast war, der um diese Zeit noch Hunger hatte. Na riesig… Also schnell nach einem Pizzalieferdienst samt Karte gefragt. Nachdem Lieferdienst Nr. 1 wohl schon sein Telefon ignorierte, um nichts zwischen sich und einen pünktlichen Feierabend kommen zu lassen hatte die nette Dame am Empfang dann Mitleid mit mir. Und wisst ihr was – sie war richtig richtig freundlich. Zückte die französischen gelben Seiten, suchte ein paar Pizzalieferdienste heraus und fing an, einen nach dem anderen anzurufen. Bei Nr. 4 oder 5 hatten wir dann Glück und so handelte sie mit dem Lieferdienst dann mein Abendessen aus. Das ganze dann immerhin schon kurz vor Mitternacht an einem Sonntag. Ich war begeistert…
Das sollte leider nicht allzu lange währen, denn als die gute Dame aufgelegt hatte kam das böse Erwachen – 14€ sollte das gute Stück kosten. Na egal, wenn man schon kurz vorm verhungern is… 30min später kam dann der Lieferant auch angeschossen und überreichte mir das Objekt meiner Begierde. Leider hatte ich das Geld dann nicht passend… Aber bei dem Preis noch Trinkgeld geben? Bin ich Krösus? Leider waren all meine Versuche dem Lieferanten auf Französisch klar zu machen, dass ich heut mal meinen Geizigen habe und den Euro Wechselgeld wiederhabe wolle, vergeblich und so kam dann das gute Stück 15€. Meine neue persönliche Bestleistung, was ne Lieferpizza angeht. Das muss ja n Wahnsinnsgerät sein dann…
Also ab ins Zimmer und die Packung voller Vorfreude auf das extravagante Meisterwerk aufgerissen. So schnell wie der Lieferant mit meiner Kohle verschwunden war so schnell setzte bei mir Ernüchterung ein. Nicht nur, dass das Stück aussah wie die Reste vom Tag, belegt mit dem abgeraspelten Fußpilz des Pizzabäckers und garniert mit Borstentierschamhaaren… es war auch noch gänzlich ungeschnitten. Na riesig… wie sollte ich das Teil jetz verdrücken?? Panisch wanderte mein Blick durch das Zimmer auf der Suche nach geeignetem Werkzeug. Doch bis auf 2 kleine Teelöffel und ne Zahnbürste konnte ich nix finden. Nach einem kurzen Versuch, diese Utensilien auch tatsächlich zum Pizzazerkleinern zu benutzen entschied ich mich dann doch lieber für die ungefährliche Variante – und aß die Pizza mit dem Gesicht. Plan war ja, den Mund zu benutzen, aber unfreiwilligerweiße wurde es dann doch das ganze Gesicht… dementsprechend sah ich denn auch aus. Eigentlich überflüssig euch mitzuteilen, dass das Ding eiskalt war. Hab ich schon erwähnt, dass ich 15€ dafür gelassen hab? Argghhhhh…
Ein angemessenes Ende...
Ablenkung… ich brauchte schnell Ablenkung… also Fernseher an. Schnell durchgezappt… Nein… die einzigen deutschsprachigen Sender sind VIVA und die ARD… Womit hab ich das bitte verdient? Hat sich mal einer von euch die ARD zur sonntäglich-nächtlichen Stunde reingezogen? Arghh… Ich muss in der Hölle gelandet sein. Ob die hier auch fein an die GEZ zahlen??
Nagut, eh ich hier noch mehr düstere Ecken entdecke mach ich lieber Schluss für heute. Vielleicht hab ich morgen dann auch schon Internet und kann diesen Bericht hier posten.
Als denn,macht euch ne schöne Zeit,Euer Ebi